Dienstag 2020-05-24 – Prioritäten, nicht schon wieder

Ich habe in der vergangenen Woche ein Coaching gehabt, bei dem ich der Klient war. Ich nutzte diese Möglichkeit eines Coaching immer mal wieder, um mich von außen reflektieren zu können. Ich kann dir auch nur raten, ab und zu einen Coach aufzusuchen, um dich zu reflektieren. So kennst du Hindernisse und Gebiete, an denen du arbeiten kannst. 

Mein Augenöffner war die Tatsache, dass ich im privaten Bereich viele Projekte und Themen gleichzeitig habe. Ich habe mir also ein eigenes privates Hamsterrad erbaut. Das wirkt sich so aus, dass ich extrem beschäftigt bin und mir kaum Zeit zum Entspannen lassen. Auch meine private Flexibilität lässt wirklich zu wünschen übrig. Was im beruflichen durch maximale Arbeitszeit und hohe Effektivität funktioniert, läuft für mich im privaten nicht rund. Das hat mein Coach schnell zur Oberfläche gefördert. 

Aber was kann ich tun, um hier besser zu werden? Die Antwort liegt auf der Hand. Die Prioritäten. Ich muss mir klar werden, was ich wirklich voran treiben will und was mir weniger wichtig ist. Hier muss ich an meinen Artikel über Prioritäten und dem Pareto Prinzip denken. Ich habe leider im privaten diese Prinzipen aus den Augen verloren. Was ist nun mein Schlachtplan? Ich definiere mir monatlich Schwerpunkte. Also Themen, die ich wirklich bearbeiten möchte. Diese Schwerpunkte wechseln durch, sodass ich im Jahr alle Bereiche ausgefüllt habe. 

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie ich mit der Umsetzung weiter vorankomme. 

Zeitmanagement für alle

Wie ich das Problem der unübersichtlichen Anzahl von verschiedenen Zeitmanagement Methoden für mich gelöst habe und wie meine Herangehensweise an das Zeitmanagement ist, schildere ich dir hier im Artikel. Dazu möchte ich dir die Methoden kurz vorstellen, die ich als Vielversprechend halte.

Ganz klar muss erst der richtige Rahmen geschaffen werden. Ein gesundes Zeitmanagement ist keine einfache Methode, es findet in deinem Kopf statt.  Die besten Methoden werden nicht funktionieren, wenn es der richtige Rahmen nicht gegeben ist. Der richtige Rahmen definiert sich aus deiner Einstellung, Vorlieben und Glaubenssätzen. Das heißt einfach gesagt, deine Zeitmanagement Methode muss für dich passen. Du kannst daher eine Methode ausprobieren, die bei vielen funktioniert, aber bei dir nicht. Denke auch immer daran, dass du verschiedene Rollen einnimmst. Eine Zeitmanagement Methode für deinen Beruf muss nicht im privaten Funktionieren. Wenn du einen sehr strukturierten und gleichartigen Arbeitstag hast, aber privat als Familien Papa sehr flexibel sein musst, kannst du hier nur schwer eine fit-it-all Lösung finden.

Zeitmanagement Methoden

Um dir einen Geschmack auf die Welt der Zeitmanagement Methoden zu geben, möchte ich dir die die geläufigsten Zeitmanagement Methoden vorstellen:

10-10-10 Methode

Bei dieser Zeitmanagement Methode ist der Fokus auf der Entscheidung. Du stellst dir bei der Planung die Frage:

  • Was sind die Konsequenzen meiner Entscheidung in 10 Minuten
  • …in 10 Monaten
  • …in 10 Jahren

So schaffst du es deine tägliche Entscheidung, was wichtig ist aus einer anderen Perspektive zu betrachten und ggf. umzuplanen. Das heißt du wirst nur Aufgaben auf deine To Do Liste setzen, die große positive Konsequenten haben.  Alles andere lässt du weg oder mit sehr niedriger Priorität. Wenn dich diese Methode anspricht, schau mal in das Buch der Erfinderin 10-10-10: A Life-Transforming Idea.

High Value Activities Methode 

Diese Methode zum Zeitmanagement ist ähnlich der vorherigen. Überleg dir für jede Aufgabe den Wert (Value) und dieser kann monetär sein. Deine Einteilung geht von (Hoch – langfristig hoher Wert, über Hoch – kurz und mittelfristig, nach gering bis wertlos).  

Stell dir das gerne als Pyramide vor, in der Hoch-Wertig die Spitze und wertlos das Fundament darstellt. Genau so ist die Zeitverteilung.

  • Die wertlosen Aufgaben beschäftigen uns sehr lange (Ziellos im Internet surfen, Zappen im Fernsehen, über andere lästern, …).
  • Gering-Wertige Tätigkeiten kommen dicht gefolgt und sind Zeitfresser (E-Mail & Msg. Ping Pong).
  • In den oberen Ebenen, die Hoch-Wertigen wird es spannend. Hier sind Aktionen die dich voranbringen (Weiterbildung, Marketing Aktionen, lesen…).
  • Abschließend die Höchst-Wertigen Aktionen wie ein neues Produkt entwickeln, eine Geschäftsidee voran treiben oder so ähnlich.

Wie setzt du nun dieses in dein Zeitmanagement um? Du setzt so deine Prioritäten, jeden Tag. Was ist im Hoch-Wertigen, was ist Wertlos. Entscheide so was wirklich wichtig ist.

Inverse ToDo Liste

Die inverse ToDo Liste ist die Not ToDo Liste. Hier nimmst du dir vor, bestimmte Dinge nicht zu machen. Du entscheidest dich also bewußt gegen Dinge. Du nimmst dir eine neue Liste und schreibst dir Dinge und Aufgaben auf, die du nicht mehr machen willst. Wie z.B. planloses Internet surfen, Abende vor dem Fernseher zu verbringen, über andere Menschen zu schimpfen, dich zu bemitleiden und so weiter. Nimm aber auch Aufgaben drauf die du delegieren möchtest, wie putzen, Post einscannen, Einladungskarten verschicken und so weiter. Diese Liste sollte Inspiration und Warnung sein.

60-60-30 Methode

Diese Zeitmanagement Methode ist ein Takt. Hier solltest du wie folgt vorgehen:

60: 55min High Fokus (Deep Work) und 5 Minuten Pause. Du erledigst hier z.B. die Hoch-Wertigen Aufgaben aus der High Value Methode.

60: Nach der Pause hast du einen weiteren Block für High Fokus (Deep Work), ohne Unterbrechung.

30: Jetzt hast du dir 30min Pause in der Natur oder einen Power Nap mit anschließender Aktivität verdient.

Wenn du 2 solcher 60-60-30 Blöcke pro Tag integrieren kannst hast du ein enormes Potential. Das Geheimnis dieser Methode ist wirklich die klare Pause zwischen den Blöcken.

Pomodoro Methode 

Bei dieser Art des Zeitmanagements wechselst du wie in der 60-60-30 Methode aktiv zwischen Arbeit (Deep Flow) und Entspannung (Pause). Diesmal ist der Rhythmus viel kürzer. Die Methode besagt: 

  • Definiere die Aufgaben für den kommenden Arbeitsblock vorab
  • Stell einen Timer auf 25 Minuten
  • Arbeite 25 Minuten im Deep Flow Modus
  • Wenn der Timer klingelt solltest du deine Aufgabe erledigt haben und zur nächsten gehen.
  • Nach 4 Pomodori solltest du eine halbstündige Pause machen.

Hier benötigst du eine gute Abschätzung für den Arbeitsaufwand deiner jeweiligen Aufgaben. Du wirst aber sehen, dass du nach ein paar Versuchen deine Arbeitsleistung pro Pomodori sehr gut einschätzen kannst.

Energie Kurve Methode

Eine besondere Art des Zeitmanagements ist die Energiekurve. Hier berücksichtigst du deine individuelle Energiekurve über den Tag. Du solltest vorab diese kennen. Hier gibt es einfache Methoden, bei denen du über 1-5 Tagen Stündlich dein Energieniveau von 1 bis 10 protokollierst. In der Regel wird es sich über den Tag Sinusartig verändern. Je nach „peak“ legst du wichtige und Konzentrationsreiche Aufgaben dort hin. Soziale Interaktionen, Pausen und Sport kannst du entsprechend in die anderen Phasen planen. So kannst du in den absoluten Tiefs auch gezielt Pausen einplanen, um deinen Körper nicht in den roten Bereich zu fahren.

Personal Kanban Methode

Diese Zeitmanagement Methode finde ich persönlich ansprechend, da du ein agiles Aufgaben Management betreibst. Stell dir eine ToDo Liste mit 3 Spalten vor (ToDo, Doing, Done). Du sammelst analog oder digital (es gibt viele tolle Apps hierzu, wie z.B. MeisterTask) deine Aufgaben in den Backlog (ToDo). Dann schiebst du alles was du beginnst in Doing und die erledigten in Done. Das kannst du toll auf einem Whiteboard grafisch darstellen und dies motiviert. Du hast immer eine perfekte Übersicht über den aktuellen Status. 

One Minute To Do List Methode

Dieser sehr pragmatische Ansatz des Zeitmanagements ähnelt dem des Personal Kanbans. Deshalb hast hier auch 3 Spalten mit Critical Now (das muss heute erledigt werden), Opportunity Now (dies muss in den nächsten 7-10 Tagen erledigt werden, mit einer maximalen Aufgaben Anzahl) und Over the Horizont (Alles andere). Der Autor der Methode, Michael Linenberger hat noch ein paar Freiheitsgrade und Regeln definiert, die du in seinem kostenfreien E-Book erlesen kannst.

GTD – Getting Things Done Methode

Ein wahrer Klassiker des Zeitmanagements von David Allen. Sie ist wohl die durchdachteste Methode und zugleich am weitesten Entwickelt. Daher ist sie nicht sehr einfach zu implementieren. Das Buch von Ihm Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag ist ein perfekter Einstieg. Stark zusammengefasst hast du fünf Schritte:

  1. Erfassen aller unerledigten Aufgaben aus deinem Kopf 
  2. Durcharbeiten der gesammelten Aufgaben nach einen klar definierten Prozess und die richtige Sortierung.
  3. Organisieren der Aufgaben in Kontexte. Zu wechselt die Ebene und sagt dir, welchen Kontext benötige ich um die Aufgabe zu erledigen. Ebenso hast du keine Aufgaben, sondern eine Liste der nächsten Schritte. Also nicht Blogartikel schreiben, sondern Recherche, Rohfassung des Textes, Layout,…
  4. Durchsicht und Pflege ist hier auch besonders wichtig. Du hast gezielte Wochenrückblicke, um das System am laufen zu halten.
  5. Erledigenmusst du die „nächsten Schritte“ natürlich auch. Klar nach den Kriterien: Kontext – Verfügbare Zeit – Verfügbare Energie und Wichtigkeit.

Eat the Frog Methode

Eine schöne Zeitmanagement Methode ist die Eat the Fog. Hier geht es darum die dir am unangenehmsten und schlimmste Aufgabe gleich morgens zu erledigen. Du verhinderst dann, diese Aufgabe über den Tag vor dir her zu schieben und immer daran zu denken. Bekannt gemacht hat diese Methode Brain Tracy in Eat the Frog.

Eisenhower Matrix Methode

Die Eisenhower Matrix ist eine der bekanntesten Methoden im Zeitmanagement und ist im Grunde eine Einteilung der Aufgaben in 4 Kategorien. Diese sind in einer 2×2 Matrix definiert.

  1. Wichtig & dringend  – Diese Aufgaben musst du sofort erledigen oder managen (z.B. Krisen und Probleme)
  2. Wichtig & nicht dringend  – Diese Aufgaben musst du planen und terminieren
  3. Nicht wichtig & dringend– Diese Aufgaben musst du reduzieren und delegieren (Zeitfresser)
  4. Nicht wichtig & nicht dringend – Diese Aufgaben solltest du nicht beachten und verwerfen.

Du wirst sehen, die 4 Felder hängen zusammen und Aufgaben können von nicht dringend, dringend werden, wenn du sich nicht terminiert hast. Genau so verhält es sich mit der Wichtigkeit.

Pareto Prinzip

Meiner Meinung nach ein tolles Prinzip im Zeitmanagement. Warum? Ganz einfach es wird gesagt, das du mit nur 20% des Aufwandes (Zeit, Arbeit) bereits 80% des Ertrags oder Ergebnis generierst. Demzufolge muss du das Entscheidende, diese 20% selektieren und auch erkennen. So gehst du nicht in die Gefahr des Perfektionismus. Lese auf meinem Blog einen Ausführlichen Artikel zum Thema Pareto Prinzip.

Parkinson’sche Gesetz

Diese Methode ist ein sehr guter Gedanke im Zeitmanagement. Das Gesetz sagt aus, dass Arbeit sich immer der zur Verfügung stehenden Zeit ausdehnt. Wir halten also Deadlines immer genau ein. Wenn du z.B. eine Besprechung für 60 Minuten ansetzt, wird sie so lange dauern, auch wenn die Lösungsfindung wahrscheinlich schneller ging. Daher solltest du dir immer fordernde Zeitliche Ziele setzen. Natürlich, ohne dich zu überfordern.

ALPEN Methode

Diese Methode ist eine Hilfe zur effektiven Aufgabenplanung und besagt:

A – Aufgabe – notieren

L – Länge – abschätzen

P – Pufferzeit – einplanen

E – Entscheidung – treffen, womit die Priorität gemeint ist

N – Nachkontrolle – also Reflexion nach Abschluss

Der Autor Lothar Seinwert hat diese Methode des Zeitmanagements definiert. d

ABC Methode

Dieser Ansatz des Zeitmanagements lässt Aufgaben in 3 Kategorien einteilen:

A-Aufgaben – haben eine sehr hohe Priorität und müssen bevorzugt behandelt werden und abgeschlossen werden.

B-Aufgaben – sind mittlerer Priorität

C-Aufgaben – sind niedriger Priorität

Der Kerngedanke ist hier klar die Priorität der jeweiligen Aufgabe und die Entscheidung dafür. Ich kann dir meinen Artkel zum Thema Prioritäten empfehlen.

Wie sieht mein Zeitmanagement aus?

Ich habe für meine Rollen (Beruf Projektleiter, Privat Ehemann, Coach und Sportler) verschiedene Methoden getestet. Daher ist mein persönliches Zeitmanagement ein bunter Mix aus den den oben genannten Zeitmanagement Methoden. Es sind doch ein paar wenige übrig geblieben.

Beruflich

Als Projektleiter ist mein Tag von Besprechungen und Unerwarteten geprägt. Des weiteren habe ich ein hohes Aufkommen an E-Mails und Aufgaben die ich delegieren kann, oder um die ich mich selbst kümmern muss.

Hier hat sich für mich die Energiekurve mit dem Personal Kanban mit Prioritäten und Zeitbedarf pro ToDo, als passend erwiesen. Ich bin früh morgens am effektivsten und es ist ebenfalls noch sehr ruhig im Büro. Kümmere ich mich hier in einer Deep Work phase um E-Mails und Aufgaben aus dem Personal Kanban. Ich habe über einige Zeit ein Zeitmanagement Protokoll geführt und weiß, dass ich hierzu im Schnitt 1:30h pro Tag benötige. Diese Zeit ist daher in meinem Kalender für alle geblockt und meine Büro-Türe ist zu.

Im weiteren Vormittag beginnen die nicht zu vermeidenden Meetings. Wenn ich sie organisiere, versuche ich diese entweder 15min / 25min oder max. 55min zu halten (Parkinsonsche Gesetz). Die Vorbereitung und Nachbereitung der Besprechungen sind Teil meiner täglichen Deep Work Phase. Je nach Tag habe ich zwischen Besprechungen „leere“ Flecken im Kalender. Diese nutze ich, um weitere Aufgaben aus meinem Personal Kanban Board abzuarbeiten. Natürlich geblockt. Am Ende des Tages prüfe ich, ob dringendes offen geblieben ist und schließe den Tag im Büro.

Privat / Freizeit

After Work ist ein weit gestreuter Begriff, daher bedeutet das bei mir, zuerst ein starker Separator. Also gehe ich in der Regel gleich zum Sport. Der Sport ist fix in mein Tagesplan eingeplant. Entweder im freien, oder im Gym. Nach der Sporteinheit geht’s nach Hause. Hier habe ich 1:30h pro Tag geblockt für persönliche Weiterentwicklung oder Coachings (Virtuelle Calls oder Besuche). In meiner Monats- bzw. Wochenplanung habe ich Themen definiert an denen ich arbeiten möchte. Hier setzte ich immer eins pro Tag in diesen Block. Nach 21 Uhr ist Quality Time und ich verbringe diese Zeit mit meiner Frau. Wochenenden plane ich ganz flexibel und sehr offen.

Conclusio

Zusammenfassend kann ich dir raten, auf die Suche zu gehen und das passende Zeitmanagement System an deine Bedürfnisse zu adaptieren. Daher musst du dir deine ganz persönliche Zeitmanagement Strategie selbst bauen. Wenn du hier einen Sparringspartner oder Coach benötigst, stehe ich dir gerne beiseite. Damit auch du das Beste aus deiner Zeit holst und deine Ideen verwirklichen kannst.

Die Pareto Regel anwenden

Ich vermute, du hast ebenso wie ganz viele andere um dich herum einen Permanenten Erfolgsdruck und Leistungsdruck. An dich werden Erwartungen von außen gestellt. Hinzu kommen deine eigenen Erwartungen, was du erreichen möchtest. Dein Ziel Journal oder deine Jahresplanung gibt dir den Input. Alles sollte schneller, höher, weiter und besser werden. Du befindest dich einer Leistungsspirale. Wenn du dich hier wiederfindest, dann kann ich dir in den nächsten Zeilen darstellen, was mir geholfen hat.

Pareto Regel

Du hast bestimmt schon von vielen Seiten die 80:20 Regel oder das Pareto Prinzip gehört. Wenn du wissen willst woher es stammt kannst du den Wikipedia Artikel lesen. Kurz um er hat den Pareto Effekt definiert. Er wird auch die 80.20 Regel genannt. Herr Pareto erkannte sein Prinzip auch bei völlig anderen Themenbereichen. Zum Beispiel bei dem investieren. Nur ein kleiner Teil des Investments führt gewöhnlich zum größten Teil des Erfolges. Das würde heißen, dass ein Ungleichgewicht zwischen Energie und Wirkung herrscht – laut V. Pareto zu 20:80. 

80:20 im Alltag

Auch im Alltag haben wir gute Beispiele für das Paretoprinzip. Ich habe dir deshalb hier ein paar Beispiele aufgezeigt.

Software: Nur 20% der Bugs sind für 80% der Softwareabstürze verantwortlich.

Software: Nur 20% des Funktionsumfangs einer Software werden von 80% der User verwendet.

Teamarbeit: Von 20% deines Teams werden 80% der Arbeit getan – das siehst du an der Spanne von Top Performern und dem Rest.

Krankenstand: 80% der Fehlzeiten sind von immer den gleichen 20% der Belegschaft verursacht.

Kommunikation: Du schreibst 80% deiner E-Mails an die gleichen 20% deiner Personen im Adressbuch.

Umsatz: Die besten 20% der Verkäufer deiner Firma machen 80% des Umsatzes.

Kleidung: Du trägst lediglich 20% deiner Kleidung 80% der Zeit.

Energieverbrauch: 20% deiner Elektrogeräte verursachen 80% des Energieverbrauchs.

Kriminalität: 20% der Bevölkerung sind für 80% der Gesetzesüberschreitungen verantwortlich.

Reichtum: 20% der Bevölkerung haben 80% des Reichtums.

Diese Beispiele zeigen, dass die Anwendung des Paretoprinzip nahezu überall anwendbar ist. Deshalb lohnt es sich in unserem Fall die sich selbst die folgende Frage zu stellen:

Wie kann ich meine Ziele erreichen und 20% meiner Energie so einsetzen, dass ich 80% des Ergebnisses erhalten?

Was steckt dahinter?

Die Pareto Regel besagt, dass du 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreichen kannst. Daher musst du, um die restlichen 20% zu erfüllen, umgekehrt 80% mehr Aufwand erbringen. Das solltest du dir auf der Zunge zergehen lassen. Das würde demzufolge heißen, um 80% deiner Tagesleistung zu erreichen benötigst du nur 20% der investierten Arbeit. Die restlichen 80% der Zeit sind Dinge, die jenseits der 80% liegen oder nicht relevant sind.

Im Folgenden kannst du mit der intelligentenAnwendung der Pareto Regel, deine Energie fokussieren und gehebelt einsetzen.

Und als Führungskraft?

Ist die Pareto Regel als Führungskraft oder Projektleiter nicht genial. Demzufolge kannst du dich auf die wirklich wichtigen Dinge Priorisieren. Du bringst die Aufgaben oder Tätigkeiten auf deine Agenda, welche 80% der Ergebnis ausmachen. Dadurch benötigst du keine „ToDo’s Aufwickel-Maschnine“ im Keller, die am Ende des Tages deine Unerledigten ToDo’s abspeichert. Der Schlüssel ist wirklich die 80:20 Regel mit dem Priorisieren zu kombinieren. Für diesen Schritt solltest du dein Mindset prüfen. Der größte Feind der 80:20 Regel ist nämlich der Perfektionismus. Versteh mich nicht falsch, perfekte Qualität abzuliefern ist eine wunderbare Tugend. Wenn du genug Zeit hast. Aber wenn du ein größeres Ziel im Sinn hast, wird es dich am vorrankommen hindern.

Mindset

Perfektionismus ist per se nicht schlecht und in manchen Bereichen macht er auch Sinn. Zum Beispiel beim Zubereiten einer Aufwendigen Mahlzeit, bei der Ausübung deines Hobbies und so weiter. Jedoch im Beruflichen Alltag als Führungskraft solltest du hiervon Abstand nehmen. Nutze daher die Hebel der 80:20 Regel von V. Pareto und kombiniere die 20% mit deinen Stärken. Überlege demnach genau was du gut kannst und was 80% des Aufwandes bringt?

Vergesse den Glaubenssatz, dass harte Arbeit notwendig ist – smarte Arbeit ist der Ansatz. Es gibt viele Menschen, die arbeiten sehr hart und werden nicht erfolgreich oder entwickeln sich weiter. Fokussiere und selektiere wo du deine Energie investierst und erreiche mit Hilfe von Pareto einen enormen Hebel für dein Unternehmen.

Die Anwendung

Um dein überarbeitetes Mindset in Bezug auf die Pareto Regel in die Tat umzusetzen, solltest du erst einmal eine PAUSE machen.

Schritt 1 – Pause

Nimm das wirklich ernst und ziehe dich für ein paar Stunden zurück. Schaffe dir die Distanz, die du benötigst. Such dir einen Meeting Raum am anderen Ende, oder geh in ein Kaffee oder gar in die Natur. Wichtig ist nur, dass du Abstand und Ruhe hast.

Schritt 2 – Ist Analyse

Analysiere ganz ohne Emotionen deine Tätigkeiten. Was machst du den ganzen Tag. Eventuell hast du ein Tätigkeitslog oder Stundenlog, das dir aufzeigt womit du die meiste Zeit verbringst. Auch ein Blick in deinen Kalender und deine ToDo Liste der Vergangenen Zeit helfen dir.

Schritt 3 – Sortieren

Sortiere deine Aufgaben in zwei Kategorien. Am besten mit PostIt’s – in 20% (Hebelwirkung) oder 80% (Beiwerk). Was liefert wirklich Ergebnisse (20% Stapel) und was nicht (80% Stapel). Ich vermute, dass dein 80% Stapel um einiges höher ist, als der 20%‘er.

Schritt 4 – Entscheiden

Natürlich kannst du die 80%‘er nicht einfach ignorieren. Daher nimm dir jede einzelne Aufgabe vor und überlege welche der 3 Alternativen möglich sind : 1. Delegieren (Assistent, Team Mitglied ), 2. Automatisieren oder 3. Eleminieren (Aufgabe bringt dich und dein Unternehmen nicht weiter). Notiere deine Entscheidung jeweils.

Schritt 5 – Alternativen

Natürlich wirst du Aufgaben haben, die nicht optimal in die Kategorisierung passen werden. Überlege dennoch, ob du jemanden Ausbilden kannst, diese Aufgabe zu übernehmen. Wenn du durch den 80%‘er durch bist, widme dich den 20%‘er. Hier empfehle ich dir auch den Gedanken der Automatisierung zu pflegen. Welche dieser Aufgaben, die sehr wichtig sind, können Automatisiert werden?

Überlege wieviel zusätzliche Zeit du dadurch gewinnen kannst. Behalte im Hinterkopf, dass du als Führungskraft keine wiederholenden Standardaufgaben abarbeiten solltest. Deshalb konzentriere dich auf deine wichtigen Aufgaben und Neues. Ich hoffe du versteht nun besser, warum du Zeit in deine Tages und Aufgabenplanung investieren musst. So wie es Albert Einstein mit seinen Problemen machte, solltest Du es mit deinen zu erledigen Aufgaben machen.

Anwendung der 80:20 Pareto Regel. Die 5 Schritte zur erfolgreichen Anwendung.
Die 5 Schritte zur Erfolgreichen Anwendung des Pareto Prinzips

Wenn ich eine Stunde habe, um ein Problem zu lösen, dann beschäftige ich mich 55 Minuten mit dem Problem und 5 Minuten mit der Lösung.
Albert Einstein

Andere Lebensbereiche

Du kannst die Pareto Denkweise auf dein ganzes Leben anwenden. Sei hier offen für die ungeahnten Möglichkeiten. Die 80:20 Denkweise kann dir helfen automatisch zu priorisieren und wichtiges von unwichtigen zu tun. Du tust viel zu oft Unwichtiges, anstelle dem wirklich wichtigen. Gewöhne dir diese Denkweise an. Im Freundeskreis zum Beispiel kannst du dir überlegen, mit welchen 20% du 80% deiner Freizeit verbringst? Oder welche 20% Deiner Taten für 80% deines Glücks verantwortlich sind? Oder auch im Sport kannst du hierzu eine Anwendung finden. Welche 20% der Übungen liefern 80% deines Erfolges?

Conclusio

Sei kreativ in der Anwendung der Pareto Regel und im aufspüren des Zusammenhangs. Ja – es kostet dich zu Beginn Zeit. Du musst dir über deine Aufgaben Gedanken machen. Dennoch zahlt sich der Effekt aus. Ich hoffe, dass es dir auch im ersten Schritt deine Augen öffnen wird und du dann fokussiert deine Energie auf die wichtigen 20% zu lenken. Lass es mich wissen, wo und wie du das Paretoprinzip anwendest. Du kannst mir hierzu gerne in die Kommentare schreiben und direkt an mich schreiben. Denke daran die Kombination der Pareto Regel und die Kunst Prioritäten zu setzen, sowie richtig zu fokussieren kann dich regelrechter Richtung Ziele katapultieren.